Was wäre, wenn Mercedes seine (ihre?) Autos wie Software vertreiben würde?
Mercedes führt sein neues Modell ein. Neben dem eigentlichen Auto
wird auch ein Bedienerhandbuch mitgeliefert. Zusätzlich liegt das
Buch "Wie repariere ich mein Auto selbst!" und die StVO nebst
Führerschein für den Käufer bei. Besitzer älterer
Modelle können gegen Einsendung desselben plus 2500 DM das neue
Modell erhalten. Der Neupreis liegt bei 50000 DM.
Schon kurz nach dem Start des Verkaufs treffen die ersten Reaktionen von
Käufern ein. Die häufigsten Wünsche und Beschwerden der
Käufer seien hier einmal kurz zusammengefasst.
Beschwerden:
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Der Wagen läuft nicht! Häufigste Ursachen:
- Zündschlüssel nicht benutzt
- Kein Benzin im Tank
- Kunde saß auf dem Beifahrersitz
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Man kann nur Gegenstände, die eine Länge von 3 Metern nicht
überschreiten, damit transportieren.
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Man könne den Treibstoff aus seinem alten 200D nicht weiterverwenden.
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Die Reparatur des Wagens nach einem Unfall sei zu kompliziert.
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Die StVO sei absolut unleserlich. Es seien keine Abbildungen in der StVO
enthalten; sie sei widersprüchlich bzw. ungenau.
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Man kann, wenn man nach links blinkt, nach rechts abbiegen!
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Das mitgelieferte Wischwasser sei nach wenigen Wochen aufgebraucht.
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Wenn man vor ein Hindernis fahre, würde der Wagen vor dem Auftreffen
auf das Hindernis nicht noch einmal nachfragen, ob er das denn wirklich
tun solle. Klagen auf Kostenerstattung wurden angedroht!
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Der Schlüssel sei gänzlich überflüssig bzw.
lästig. Wenn man seinen Zweitwagen benutzen wolle, müsste man
immer den Schlüssel wechseln.
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Nirgendwo wäre richtig erklärt, was das eingebaute ABS sei bzw.
leisten würde.
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Der Wagen würde nicht schwimmen. (Viele Beschwerden aus Schleswig!)
(Verbesserungs-)Vorschläge:
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Die StVO sollte mit vielen Abbildungen und einer Beispielfahrt von
München nach Hamburg versehen werden.
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Die Gangschaltung sei zu kompliziert. Viele Leute würden sie eh nicht
benutzen. Sie solle daher abgeschafft werden.
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Man solle mehr Vorwärtsgänge einbauen.
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Man solle mehr Rückwärtsgänge einbauen.
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Überhaupt seien die Farben der Lampen am Wagen nicht bunt genug!
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Die Verkehrsschilder seien oft unzulänglich. Man solle ein Set
mitliefern, so dass jeder seine eigenen Schilder herstellen könne.
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Vielfach kam der Wunsch nach Flügeln und einem Propeller am Wagen
auf, die man schon kurz nach dem Kauf vermisst hätte. Das sei ja wohl
ein großer konzeptioneller Fehler!
letzte Änderung: 1997-06-11 --
Gunnar Anzinger
<a@gksoft.com>